Monteurzimmer-Rendite: Was von den „33 %“ wirklich übrig bleibt
Du wirst überall lesen: „ca. 33 % Rendite“ oder „mindestens doppelt so rentabel wie Festvermietung“. Beide Zahlen stammen von Branchenseiten. Schau dir an, wie gerechnet wird – dann verstehst du, warum sie nichts wert sind.
Woher die Zahlen kommen
Zu Monteurzimmern existiert keine unabhängige Statistik: nicht beim Statistischen Bundesamt, nicht beim Mieterbund. Berichtspflichtig zur amtlichen Beherbergungsstatistik sind erst Betriebe ab zehn Schlafgelegenheiten. Du mit deinen drei bis acht Betten fällst da nicht rein.
Die Folge: Jede Zahl, die du findest, stammt von Portalbetreibern, die Inserate verkaufen – von Parteien mit einem wirtschaftlichen Interesse an einem attraktiven Marktbild.
Was in der Portalrechnung fehlt
Eine typische „33 %“-Rechnung nimmt den Umsatz bei guter Belegung und zieht ein bisschen Nebenkosten ab. Was fehlt:
- Reinigung und Wäsche bei jedem Wechsel
- Leerstand – Teilbelegung ist bei Monteuren der Normalfall, nicht die Ausnahme
- Portalgebühren, Abschreibung (AfA), Instandhaltung, Versicherung
- Steuern
- Deine eigene Arbeitszeit – Anfragen, Schlüssel, Putzen, Rechnungen
Setzt du das alles an, ist das keine Rendite mehr. Es ist ein Deckungsbeitrag nach Nebenkosten – systematisch zu deinen Gunsten geschönt.
Der ehrliche Vergleichsmaßstab
Die richtige Frage ist nicht „wie viel bringt das Monteurzimmer?“, sondern „wie viel bringt es mehr als die Dauervermietung?“ – denn die Alternative ist nicht Leerstand, sondern ein normaler Mietvertrag bei minimalem Aufwand.
Und hier wird es unbequem: Bei konservativen 40–50 % Auslastung verliert die Monteurvermietung in vielen Regionen gegen die Dauervermietung, sobald du deine eigene Arbeitszeit mit einem realistischen Stundensatz einpreist. In Regionen mit niedriger ortsüblicher Miete dagegen zieht sie deutlich vorbei. Es kommt auf deine Region an – und das kannst nur du für deinen Ort ausrechnen.
Rechne, bevor du kaufst
Der wichtigste Rat: erst rechnen, dann Möbel kaufen. Der kostenlose Rechner nimmt deine echten Zahlen – Fixkosten, Auslastung, deine Arbeitszeit – und stellt sie ehrlich gegen die Dauervermietung. Kostenlos, ohne Anmeldung, alles im Browser.
Alle Angaben Stand Juli 2026. Praxisratgeber, keine Rechts- oder Steuerberatung.